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Von der Erfindung des Heissluftballons - zurück

Es begab sich am Dienstag den 05. Juni 1783, als der erste unbemannte Heissluftballon der Gebrüder Jacques-Étienne (* 07.01.1745) und Joseph-Michel (*26.08.1740) Montgolfier unter den Augen vieler Zuschauer in Annonay (Südfrankreich) den Himmel eroberte und somit der Erfüllung eines der grössten Menschheitsträume den Startschuss erteilte.

Jaques-Étienne Joseph-Michel
Jaques-Étienne Joseph-Michel

Meines Erachtens war Testosteron die Ursache dieser grandiosen und für damalige technische Voraussetzungen überaus beeindruckende Erfindung.

Man erzählt sich, dass die beiden Brüder, wie jeder junge Mann, gerne den Frauen unter die Röcke schauten. So gefiel es Ihnen in Ihrer Jugend z.B. dass die Frauen Ihrer Epoche zum Trocknen Ihrer Kleider an den Kamin gingen und diese dort hochhielten.

Bedingt durch den ein oder anderen Luftzug im Kamin, wehten die Röcke so manches Mal höher als erwünscht. Nun war der Gedankengang nur zu verständlich, dieses Treiben zu beeinflussen, gar zu verstärken. Man schürte das Feuer, es qualmte sehr und siehe da, die Röcke flogen höher.

Jetzt war der Erfindergeist von Jacques-Étienne geweckt und es brodelte in seinem Kopf. Was war die Ursache dafür, dass der Stoff nach oben strebte ? Könnte man es möglicherweise irgendwie nutzen ?

Ihr Vater, dessen Unternehmen sie auch später übernahmen, war Papierfabrikant. Also gab es zum Basteln und probieren Papier im Überfluss. Daher wurden die ersten zaghaften und spielerischen Tests mit kleinen Papiertüten im Kamin durchgeführt. Sie stiegen tatsächlich im Kamin hoch.

Nun war kein Halten mehr. Die Papiertüten wurden grösser und grösser. Man versuchte es auch mit verschiedenen Stoffen, die jedoch immer den Nachteil hatten, dass sie porös sind und die Luft nicht halten.

Papier stellte sich letztendlich mit den damaligen technischen Mitteln als das dichteste Material heraus. Allerdings ist Papier, wie jeder weiss, sehr verletzlich und reisst schnell. Die ersten „richtigen“ Modelle waren daher eine Kombination aus beidem.

Eine ballonartige Stoffhülle aus Leinen, innen gefüttert mit Papier. Hätte später, sollten die Träume des antreibenden Jacques-Étienne tasächlich mal funktionieren, den grossen Vorteil, dass Vater`s Fabrik davon profitieren würde.

Die Gebrüder Montgolfier wie auch Andere, waren zunächst einem Irrglauben unterlegen. Man war der Meinung, dass Qualm, Rauch und Dampf – je mehr es stank um so besser - den Auftrieb verursachen würden. Und so nutzte man in den ersten Jahren, auch noch später in der bemannten Ballonfahrerei, als Brennstoff alles was so viel wie möglich qualmte und rauchte ... gekämmte Schafswolle, nasses Laub, Stoffreste, Strohbündel, etc.

Was wohl schon richtig erkannt wurde war, dass es etwas sein musste, was leichter ist als Luft.

Étienne und Joseph bauten gemeinsam einen grösseren Ballon, füllten ihn mit Rauch und beobachteten gespannt und fasziniert, wie er allmählich etwa 20 Meter hoch aufstieg, bevor er auskühlte und wieder zur Erde herab sank. Die Brüder nahmen zweifelsohne an, der Rauch sei lediglich aus der Hülle entwichen.

König Ludwig XVI. staunte nicht schlecht, als die Gebrüder Montgolfier am 19. November 1783 vor seinen Augen einen Ballon in Paris aufsteigen ließen. Passagiere waren ein Hahn, eine Ente und ein Hammel.

Historischer Ballon

Die papierene Kugel hob sanft vom Boden ab, nachdem unter ihr ein Feuer entfacht worden war. Das Himmelsgefährt landete nach etwa dreieinhalb Kilometer, problemlos. Das Schaf und die Ente schienen ihr Luftabenteuer unbeschädigt überstanden zu haben, aber der Hahn hatte sich auf der achtminütigen Fahrt offenbar am Flügel verletzt.

Diese Verletzung gab zu besorgten Erwägungen Anlass, ob der Mensch es wagen dürfe, sich Luftfahrzeugen anzuvertrauen, bis mehrere Zeugen aussagten, der Hammel habe den Hahn getreten, noch bevor der Ballon aufgestiegen sei.

Der König war mit diesem Versuch sehr zufrieden, aber als Etienne Montgolfier seine Absicht bekanntgab, einen Ballon für Menschen zu bauen, bestand Ludwig XVI. darauf, dass als Passagiere nur zum Tode verurteile Verbrecher in Frage kämen, die begnadigt werden sollten, falls sie die Fahrt überlebten.

Pilatre

Der luftfahrtbegeisterte Adelige Francois Pilatre de Rozier war empört darüber, dass gemeine Verbrecher den Ruhm ernten sollten, die ersten Luftfahrer der Welt zu sein, er bot sich an, an ihre Stelle zu treten.

Ludwig liess sich umstimmen und gestattete Pilatre de Rozier und dem Marquis d'Arlandes als erste Menschen den Aufstieg im Ballon zu wagen.

Ballonstart

Am 21. November 1783 um 13:45 Uhr stiegen sie am Stadtrand von Paris über hundert Meter hoch und landeten wohlbehalten nach einer acht Kilometer langen Fahrt auf der Erde. Die Nachricht über dieses sensationelle Ereignis verbreitete sich über Paris und Frankreich wie ein Lauffeuer, innerhalb von Tagen wußte die ganze Welt davon.

Im laufe der Jahre wurde die Technik weiterentwickelt bis zum heutigen Tage als am 21. März 1999 ein neuer Ballon-Weltrekord aufgestellt wurde. Es wurde mit dem Ballon Orbiter 3 die Erde umrundet. Der Start fand in der Schweiz, die Landung 19 Tage, 21 Stunden und 55 Minuten später in Ägypten statt.

Orbiter 3

Der Ballon war eine sogenannte Roziere d.h. ein Heissluftballon mit einer innenliegenden Helium Hülle.

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